Frühlingsweinmesse der Cantina Rabaja
26./27. 4. 2008 Weinmesse der Cantina Rabaja in der Hofhalde in KN
Etwa 160 Weine standen zur Verkostung an. Die kann man gar nicht alle an einem Tag probieren, das geht schon zeitlich nicht, schließlich sind immer kompetente und beredte Vertreter der Produzenten anwesend, die meistens Deutsch, andernfalls Englisch sprechen. Und mir ist kein einziger Wein untergekommen, der banal oder abseitig gewesen wäre. Da waren die 15 Euro Eintritt gut angelegt.
Allgemein scheinen die Cuvees stark zugelegt zu haben. Sowohl bei Sauer in Franken, als auch bei Endrizzi, als auch bei Andrea Visintini sind gelungene weiße Cuvees im Angebot, bei Endrizzi auch eine rote. Die kosten gar nicht mal viel, sind aber viel ausgewogener und reicher als so mancher Reinsortiger. Die sind aber manchmal von geradezu umwerfend dichter und klarer Aromatik, wie der Sauvignon blan von der Visintini. Danach geht erstmal eine Weile gar nichts, wegen Reizüberflutung. So ähnlich wirkt auch der Chardonnay von Vie die Romans.
Was von der Fülle sonst noch im Gedächtnis hängengeblieben ist:
2006 Riesling Spätlese von Regnery an der Mosel, ein Wein, an dem man sich nicht so schnell satt trinkt, reich in der Nase und mineralisch-hintergründig im Mund. Bei Allegrini zeigt der Valpolicella, zu welcher Hochform er auflaufen kann. Cortese im Piemont macht mit seinem Barbaresco Rabaja Riserva 2001 einen komplett unglaublichen Wein. Die Montepulcianos von Villa Sant'Anna sind alle herausragend. Die Weine von Ester Hauser (Marken) sind ganz eigenartig, ganz anders als alles Andere, aber trotzdem ein Genuss. Rosenmuskat aus Südtirol ist immer eine Sensation, zumal, wenn er so gelingt ist wie bei der Klosterkellerei Muri-GriesBei den Weinen aus Sizilien und Apulien ist es wieder schwerer, etwas zu finden, was mit der norditalienischen Fülle und Ausgewogenheit mithalten kann, die Weine sind nicht schlecht, aber sie hatten es, da sie sich ganz Ende des Parcours im obersten Geschoss befanden, doch recht schwer.
Eine würdige Bereicherung war der Käsestand von Hansi Baumgartner. Käse im perfekten Zustand, in ausgefallenen Varianten der Reifung - großartig.
Eine sehr lohnende Veranstaltung, bei der auch die lockere Art des Umgangs und die Möglichkeit, eingehenderen fachlichen Austausch zu pflegen, ohne das tun zu müssen, zur beschwingten Atmosphäre beitrugen. Jetzt ist mir klar, was für eine Tragödie es war, daß die letzte Veranstaltung dieser Art lange 4 Jahre zurückliegt. Das kommt hoffentlich nicht wieder vor. Hingehen!